Natur- und Umweltprojekt 2023

 

"Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum."

Dieter Kienast, Schweizer Landschaftsarchitekt

 

1 Beteiligte

BQG, Hort am Schlossplatz, Bauhof Bützow, Gesamtelternrat, Örtliche Unternehmen, Transportunternehmen, Honorarkräfte, Stadtverwaltung und Bürger der Stadt und des Umlandes, Wildpark Güstrow, „Natur im Garten MV“, Biota, Spezialisten in den Fachbereichen, Zoo Rostock, Zoologischer Garten Rostock, Miniaturstadt Bützow

 

2 Hintergrund

Im Jahr 2014 hatten die Erzieherinnen und Erzieher mit den Eltern und Kindern des Hortes die Idee, den ungenutzten Schulgarten wiederzubeleben und in einen Garten der Sinne umzuwandeln. Liebevoll wurde in den zurückliegenden Jahren Nutzgarten, Kräuterbeete, Bienenwiese mit Insektenhotel, ein Tastpfad und Hochbeete, welche die vier Elemente symbolisieren, angelegt. Die Hortkinder arbeiten seitdem fleißig in den einzelnen Beeten. Dabei säen, pflanzen, pflegen und verarbeiten sie das angebaute Obst und Gemüse. Das naturnahe Gärtnern ist insbesondere von Frühling bis Herbst fester Bestandteil in den täglichen Angeboten, Gruppennachmittagen und in der Projektarbeit.

 

Der Garten der Sinne gehört zum unmittelbaren Lebensumfeld unsere Hortkinder.

In den zurückliegenden Projektarbeiten war unser Garten der Sinne immer wieder Thema und wurde mit den Kindern unter verschiedensten Aspekten beleuchtet

 

Die von Jahr zu Jahr steigenden Temperaturen im Sommer, stellt die Bewässerung und die damit verbundenen Kosten vor neue Probleme, zudem wurde in den letzten Jahren festgestellt das unser angebautes Obst und Gemüse aufgrund der Menge nur teilweise oder in wenigen Fällen gar nicht verarbeitet wurde.

Die gesammelten Erfahrungen ergaben die Erkenntnis, dass inzwischen eine grundlegende Umgestaltung unseres Gartens notwendig ist. Nur so können ein effektives Arbeiten und ein nachhaltiges Lernen der Kinder gewährleistet werden.

 

3 Projektdauer

Um alle geplanten Ergebnisse erfolgreich umzusetzen planen wir einen Zeitumfang von mindestens 18 Monaten. Beginn ist März 2023 bis vorrausichtlich September 2024

 

3 Ziel

Die Erzieherinnen und Erzieher werden in Kooperation mit den Kindern, Eltern, Vereinen, Unternehmen und Ehrenamtlern die bisherigen Beete in die Hochbeete verlagern um Obst und Gemüse in reduzierter Form anzubauen. Bei der Neugestaltung wird der Name „Garten der Sinne“ eine zentrale Rolle spielen.

 

Wir wollen die Gartenarbeit an den aktuellen Energiestandarts und Klimabedingungen anpassen und so noch optimalere Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere schaffen. Nicht zuletzt ist es der Wunsch der Kinder, dass unser „Garten der Sinne“ noch mehr seinen Namen gerecht wird und darüber hinaus effektiver eine freudvolle erfahrbare Umgebung bietet.

 

Daraus ergibt sich ein Gemeinschaftsprojekt aller Gruppen mit Kindern und Pädagogen die wir in vier Teilprojekte gesplittet haben.

 

  1. Fünf Sinne für vier Elemente
  • Für das Element Wasser ist die Stufe 2 verantwortlich.
  • Das Element Feuer übernimmt die Stufe 1.
  • Das Element Luft bearbeitet die Stufe 4 und für
  • das Element Erde ist die Stufe 3 in der Verantwortung.

 

  1. Es regnet, es regnet… immer seltener?
  • Sinnvolles und effektives Bewässern des Gartens

Projetleiter: Herr Mauck, Frau Jacobs und Frau Ruehs

 

  1. Was kreucht und fleucht in unserem Garten
  • Gezieltes beobachten der Tiere im Garten

Projektleiter: Frau Kasbohm, Herr Sedlaczek und Frau Emmrich

 

  1. Vom Saatkorn zum Saatkorn
  • Nährstoffreichen Boden erhalten für den Kreislauf der Natur (vom Saatkorn zum Saatkorn)

Projektleiter: Frau Stolt, Frau Bode, Frau Wolny

 

4 Zielgruppe:

An den Projekten arbeiten ungefähr 150 Kinder aus 10 Gruppen darunter Kinder aus 7 verschiedenen Nationen (Deutschland, Ägypten, Syrien, Afghanistan, Ukraine, Tadschikistan und Marokko) die sich mit den oben genannten Themen gemeinsam mit den Pädagogen, Experten und Ortskundigen die Projekte beschäftigen

Alle Altersgruppen von 6 bis 11 Jahren erweitern ihr Wissen und nutzen dieses um sich vertiefend mit den Umwelt- und Naturfragen auseinanderzusetzen.

 

5 Projektübersicht

 

Projekt

"Fünf Sinne für vier Elemente"

Stufe 1 bis Stufe 4

 

In den Hochbeeten sind bis jetzt die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft symbolisch dargestellt. Die sinnliche Erfahrung dieser Elemente soll nun mit der Nutzung der bisherigen Gartenfläche erweitert werden. Natürlich werden dabei die Erfahrungen, Ergebnisse und Arbeiten aus den Unterprojekten berücksichtigt und in die Elemente Felder integriert indem z.B. bienenfreundliche Stauden gepflanzt oder Insektenhotels gebaut werden.

 

Für das Element Wasser ist die Stufe 2 verantwortlich. Das Element Feuer übernimmt die Stufe 1. Das Element Luft bearbeitet die Stufe 4 und für das Element Erde ist die Stufe 3 in der Verantwortung.

 

Die Umsetzung der Elemente soll nach den Ideen der Kinder umgesetzt werden

 

Geplante Vorhaben und Ergebnisse:

  • Element Wasser: Wasserbahn mit Wasserrädern, verschließbare Wasserzuläufe, Spritzmöglichkeiten, kleiner Teich für Beobachtungen.
  • Element Feuer: Umgestaltung der Gartenfläche in ein Feuerbeet und zu einer sinnlichen Begegnungsstätte mit Feuerschale und Sitzmöglichkeiten.
  • Element Erde: Barfußpfad mit verschiedenen Bodenarten errichten
  • Element Luft: Errichtung eines offenen Weidendom, Gräser, Kräuter und Windspiele

 

Alle Ergebnisse werden in einer Fotodokumentation zusammengestellt.

 

 

 

Projekt

"Es regnet, es regnet… immer seltener?"

 

Besonders im zurückliegenden Jahr hat die lange Trockenheit unseren Nutzgarten sehr geschadet. Die Regentonnen waren immer wieder leer, sodass oftmals wertvolles Trinkwasser zur Bewässerung der Pflanzen benutzt werden musste. Über eine sinnvolle

 

Nutzung und ein effektives Auffangen des Regenwassers soll sich unter diesem Schwerpunkt Gedanken gemacht werden. Außerdem wollen die Kinder untersuchen ob es noch andere Möglichkeiten der Bewässerung unseres Gartens gibt.

 

Geplante Vorhaben und Ergebnisse:

  • Untersuchung für die Möglichkeit einen Brunnen entstehen zu lassen

 

  • Wasserspeicher für die Hochbeete bauen und einsetzen. Es werden jeweils zwei große und ein kleiner Tontopf, mittels Heißkleber, zu einem großen Gefäß verbunden. Dieses wird anschließend in die Erde im Hochbeet so eingesetzt, dass nur noch das obere Ende des kleinen Tontopfes zu sehen ist. Das Gefäß wird dann mit Wasser befüllt. So wird dann über mehrere Tage das Wasser gleichmäßig an die Umgebung abgegeben.

 

 

  • Gezielte Bewässrung der Pflanzen untersuchen. Die PVC-Rohre werden zu 50cm langen Stücken gesägt. Dann wird jeweils ein PVC-Rohr an einer Staude in die Erde versenkt, sodass die Wurzeln direkt begossen werden können. Im Hochbeet des Elementes Wasser werden verschiedene Bodenarten nebeneinandergesetzt, um zu schauen, welche sich am besten als Untergrund zur Anpflanzung von Gemüse eignet

 

 

 

Projekt

"Was kreucht und fleucht in unserem Garten?“

 

Immer wieder kommt es im Garten der Sinne zu Begegnungen zwischen Kindern, Insekten und Kleintieren – mit den verschiedensten Reaktionen.

Ein gezieltes Beobachten über einen längeren Zeitraum soll den Kindern aufzeigen, welche Tiere unseren Garten gerne aufsuchen und warum, welche Tiere für unseren Garten nützlich sind und wie wir für sie optimale Lebensbedingungen, zum Beispiel in Form von bestimmten Pflanzen, von speziellen Unterkünften u. ä. schaffen können.

 

Geplante Vorhaben und Ergebnisse:

  • Gartenbesichtigung in Miniaturstadt Bützow
  • Gartenschau im Wildpark M-V auf der Suche nach Tieren im Garten
  • Insekten in unseren Garten locken – Nisthilfen für Wildbienen und Insektenhotel bauen
  • Ein Gartenpädagoge zu Gast im Hort – Tipps und Unterstützung durch Experten
  • Erfahrungsaustausch mit den Kleingartenvereinen
  • Tischlein deck dich für Bienen und Insekten durch pflanzen insektenfreundlicher Pflanzen
  • Nützliche Tiere im Garten – Fotodokumentionskartei anfertigen
  • Auf der Suche nach den Tieren des Gartens (Langzeitbeobachtungen im Garten)
    • Es entsteht ein Dokumentationstagebuch mit Zeichnungen und Fotos

 

 

 

Projekt

"Vom Saatkorn zum Saatkorn

 

Mit dem Kreislauf der Natur beschäftigen sich die Kinder, mehr oder weniger bewusst, jedes Mal, wenn sie im Garten tätig sind: Pflanzen wachsen aus dem Saatkorn im nährstoffreichen Boden und werden, wenn sie abgestorben sind, in unserem angelegten Komposter zu Humus, der den Boden für das neue Saatkorn mit Nährstoffen anreichert. Leider scheint unser Gartenboden, trotz Gründüngung, Mist- und Kompostzugabe, nicht genügend Nährstoffe für eine ertragreiche Ernte zu besitzen. Nach einer fachkundigen Überprüfung des Bodens wollen die Kinder Möglichkeiten finden, eine optimale Bodenbeschaffenheit für die Pflanzen zu erhalten. Dann kann der Kreislauf der Natur wieder uneingeschränkt nachvollzogen werden.

 

Für den Anbau von einjährigem Gemüse wollen die Kinder überwiegend die Hochbeete nutzbar machen und sich für den weiterhin ökologischen Anbau im Sinne von „Natur im Garten“ einsetzen.

 

Geplante Vorhaben und Ergebnisse:

  • Den Boden auf ihre Nährstoffe fachkundig prüfen lassen und gegebenenfalls eine Bodenverbesserung (Bodenaustausch) vornehmen.
  • Fachpersonal einladen zum erläutern - Warum brauchen wir einen nährstoffreichen Boden für unsere Pflanzen und wie bekommen wir ihn?
  • Den Kreislauf eines Saatgutes ermitteln und das ganze Jahr beobachten.
  • Abschlussbericht und Fotodokumentation anfertigen.  
  • Die Kinder helfen bei der Fotodokumentation für den Abschlussbericht mit.
  • Ein Projektbuch für die Fotodokumentation anfertigen